Hubbles Blick auf eine riesige elliptische Galaxie

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Wie Staubhasen, die in Ecken und unter Betten lauern, liegen überraschend komplexe Schleifen und Kleckse aus kosmischem Staub in der riesigen elliptischen Galaxie NGC 1316 verborgen. Dieses Bild, das mit dem Hubble-Weltraumteleskop der NASA aufgenommen wurde, zeigt die Staubspuren und Sternhaufen davon Riesengalaxie, die beweist, dass sie aus einer früheren Fusion zweier gasreicher Galaxien entstanden ist.

Die Kombination aus Hubbles hervorragender räumlicher Auflösung und der Empfindlichkeit der Advanced Camera for Surveys (ACS), die 2002 an Bord von Hubble installiert und für diese Bilder verwendet wurde, ermöglichte einzigartig genaue Messungen einer Klasse von roten Sternhaufen in NGC 1316. Astronomen schließen daraus Sternhaufen sind ein klarer Beweis für das Auftreten einer größeren Kollision zweier Spiralgalaxien, die sich vor einigen Milliarden Jahren zu NGC 1316 zusammengeschlossen haben, wie es heute erscheint.

NGC 1316 befindet sich am Rande eines nahe gelegenen Galaxienhaufens im südlichen Sternbild Fornax in einer Entfernung von etwa 75 Millionen Lichtjahren. Es ist eines der hellsten Ellipsentrainer im Fornax-Galaxienhaufen. NGC 1316, auch bekannt als Fornax A, ist eine der stärksten und größten Funkquellen am Himmel. Die Funkkeulen erstrecken sich über mehrere Himmelsgrade (weit entfernt vom Hubble-Bild).

Die gewalttätige Geschichte von NGC 1316 ist auf verschiedene Weise offensichtlich. Weitfeldbilder vom Cerro Tololo Interamerican Observatory in Chile zeigen eine verwirrende Vielfalt von Wellen, Schleifen und Federn, die in die äußere Hülle der Galaxie eingetaucht sind. Es wird angenommen, dass unter diesen sogenannten „Gezeitenmerkmalen“ die schmalen die stellaren Überreste anderer Spiralgalaxien sind, die in den letzten Milliarden Jahren einige Zeit mit NGC 1316 verschmolzen sind. Die im Hubble-Bild gezeigten inneren Regionen der Galaxie zeigen ein kompliziertes System von Staubspuren und Flecken. Es wird angenommen, dass dies die Überreste des interstellaren Mediums sind, das mit einer oder mehreren der von NGC 1316 verschluckten Spiralgalaxien assoziiert ist.

Das US-amerikanische Wissenschaftlerteam unter der Leitung von Dr. Paul Goudfrooij vom Space Telescope Science Institute in Baltimore, Maryland, untersuchte mit dem ACS an Bord von Hubble Sternhaufen in mehreren nahe gelegenen elliptischen Riesengalaxien. Ihre Untersuchung von NGC 1316 konzentrierte sich auf Kugelhaufen, bei denen es sich um kompakte Sternensysteme handelt, bei denen gleichzeitig Hunderttausende bis Millionen von Sternen gebildet werden.

Die beispiellose Empfindlichkeit der Hubble ACS-Daten ermöglichte es dem Team, schwache Kugelsternhaufen zu erkennen, die zuvor nicht zu erreichen waren. Durch Zählen der Anzahl der Kugelhaufen, die als Funktion ihrer Helligkeit entdeckt wurden, konnten sie zum ersten Mal Hinweise auf die allmähliche Zerstörung von Sternhaufen sehen, die während einer früheren Fusion gasreicher Galaxien entstanden waren. Sie fanden heraus, dass die relative Anzahl von Clustern mit geringer Masse in den inneren Regionen signifikant niedriger ist als in den äußeren Regionen, und zwar um einen Betrag, der mit den theoretischen Vorhersagen übereinstimmt.

Diese Hubble ACS-Bilder wurden im März 2003 aufgenommen. Das Farbkomposit ist eine Kombination von Daten, die mit Filtern F435W (blau), F555W (gelb-grün) und F814W (infrarot) aufgenommen wurden. Die Ergebnisse des Teams haben unser Verständnis dafür verbessert, wie sich elliptische Galaxien und ihre Sternhaufen während Galaxienfusionen gebildet haben und sich nach mehreren Milliarden Jahren zu „normalen“ elliptischen Galaxien entwickeln.

Originalquelle: Hubble-Pressemitteilung

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