Die fleischfressende Pflanze namens "Turtle Socks" hat Baby-Salamander zum Mittagessen gegessen

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In den Mooren von Ontario, Kanada, haben bestimmte Pflanzen einen Geschmack für Amphibien entwickelt.

Die nördliche Kannenpflanze (Sarracenia purpurea) ist eine fleischfressende Flora, die dafür bekannt ist, Hunderte verschiedener Insektenarten zu fressen. Laut einer Studie, die am 5. Juni in der Zeitschrift Ecology veröffentlicht wurde, haben Wissenschaftler herausgefunden, dass etwa jede fünfte Kannenpflanze im Algonquin Provincial Park in Ontario es sich zur Gewohnheit gemacht hat, auch jugendliche Salamander zu fangen, zu töten und zu verdauen.

Laut den Autoren der Studie ist dies die erste Studie, die zeigt, dass fleischfressende Kannenpflanzen, auch als Schildkrötensocken bekannt, Wirbeltiere zu einem festen Bestandteil ihrer Ernährung machen.

"Diese verrückte Entdeckung eines bisher unbekannten Fleischfressers einer Pflanze bei einem Wirbeltier fand in einem relativ gut untersuchten Gebiet an relativ gut untersuchten Pflanzen und Tieren statt", sagte der Co-Autor der Studie, Alex Smith, Associate Biology Professor an der University of Guelph in Ontario Live Science in einer E-Mail. "Ich hoffe und stelle mir vor, dass eines Tages in der Informationsbroschüre der Öffentlichkeit für das Moor steht: 'Bleib auf der Promenade und beobachte deine Kinder - hier sind Pflanzen, die Wirbeltiere fressen!"

Die nördliche Kannenpflanze ist eine von rund 600 fleischfressenden Pflanzenarten weltweit. Forscher fanden heraus, dass diese Pflanzen in der Lage sind, einen toten Salamander in nur 10 Tagen aufzulösen. (Bildnachweis: Patrick D. Moldowan / Algonquin Wildlife Research Station)

Mit becherförmigen Blättern sammeln Kannenpflanzen Regenwasser, um verschiedene Insekten und Wirbellose anzuziehen und zu fangen. Sobald sie im Krug gefangen sind, lösen sich unglückliche Insekten langsam durch eine Mischung aus Mikroorganismen im Wasser und von der Pflanze produzierten Verdauungsenzymen auf. Der Käfer stirbt und ihr fleischfressender Entführer erhält eine kostenlose Nahrungsergänzung.

Smith und seine Kollegen an den Universitäten Guelph und Toronto entdeckten zum ersten Mal lebende und tote Salamander in diesen Krügen während mehrerer Feldarbeitssitzungen im Algonquin Provincial Park in den Jahren 2017 und 2018.

"Ich habe mehrere Kannenpflanzen aufgedeckt, um den Schülern zu zeigen, und in einer Pflanze einen jugendlichen Salamander gefunden", sagte Smith gegenüber Live Science. "Nun, das ist eine Überraschung, sagte ich. (Was ich murmelte, war eigentlich eher wie WTF)."

In vier getrennten Umfragen untersuchten die Forscher den Inhalt von mehreren hundert Kannenpflanzen in einem kleinen Teil der Feuchtgebiete des Parks. Sie untersuchten im Spätsommer, als junge Salamander dazu neigten, sich zu verwandeln, und ließen den Komfort ihrer einheimischen Seen zum ersten Mal auf trockenes Land. Die Forscher fanden heraus, dass ungefähr 20% der untersuchten Pflanzen mindestens einen lebenden oder toten Salamander enthielten und dass zahlreiche Krüge mehr als einen Salamander gleichzeitig gefangen hatten.

Einmal in einem Krug gefangen, überlebten die Salamander zwischen drei und 19 Tagen, bevor ihre Wassergefängnisse zu Wassergräbern wurden. Einige Salamander ertranken, andere verhungerten und andere kochten immer noch im heißen, sauren Krugwasser (Krugflüssigkeit hat einen pH-Wert von weniger als 4, was sie ungefähr so ​​sauer wie Orangensaft macht). Einmal tot, schienen sich Salamander innerhalb von 10 Tagen oder weniger zu zersetzen.

Insgesamt deutet diese hohe Häufigkeit des Fangens darauf hin, dass Salamander "eine wesentliche Nährstoffquelle für Kannenpflanzen" sein könnten, schrieben die Autoren. Auf der anderen Seite scheinen Kannenpflanzen eine erhebliche existenzielle Bedrohung für junge Salamander darzustellen, da in einem bestimmten Jahr bis zu 5% der jugendlichen Salamanderpopulation des Moores ihren grünen Nachbarn zum Opfer fallen.

Warum landen so viele junge Salamander als Pflanzennahrung? Es ist möglich, dass die ungewöhnlichen Amphibien die Krüge bei ihren ersten Ausflügen aus dem See ins Land als eine Art wässrige Zuflucht vor wahrgenommenen Bedrohungen betrachten, schrieben die Autoren - oder sie fühlen sich einfach von den vielen Insektenarten angezogen Herde zu Kannenpflanzen für ein paar Schluck süßen Nektar.

In jedem Fall scheinen die fleischfressenden Pflanzen weitaus fleischfressender zu sein als bisher angenommen. Hier sind Monster.

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